Kältemittel-Leckagen: Drei Gründe, warum es wichtig ist regelmäßige Kontrollen durchzuführen

Kältemittelleckagen – diese haben wir unter verschiedenen Aspekten bereits analysiert: Von wie diese verhindert werden können bis zu wie man diese beheben kann. In diesem Artikel sprechen wir über die drei Hauptgründe, warum es so wichtig ist eine regelmäßige Kontrolle der Kälte- und Klimaanlagen durchzuführen. Einige Anhaltspunkte? Es ist zweckmäßig, unverzichtbar für die Umwelt und in manchen Fällen sogar eine Pflicht!
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1)Die Einhaltung der aktuellen Gesetzgebung sowie Normen und Richtlinien

Die Verordnung (EU) Nr. 517/2014 ist die bislang aktuellste F-Gas-Verordnung (F-Gas-V), die derzeit in der EU Gültigkeit hat. Sie ist am 01. Januar 2015 in Kraft getreten und legt die Wartungs-Richtlinien für eine Vielzahl von Anlagen fest, darunter eben auch die von ortsfesten Klimaanlagen, Kälteanlagen und Wärmepumpen.

Mit dem Unterschied zur vorherigen Verordnung (EG) Nr. 842/2006, hat die aktuell gültige Version 517/2014 festgelegt, dass Anlagen kontrolliert werden müssen und zwar nicht nur hinsichtlich der Menge an beinhalteten Kältemittel im Anlageninnern, sondern auch hinsichtlich der Art des Kältemittels. Wie bereits mehrmals von den Experten des Sektors betont wurde, weisen nicht alle Kältemittelgase denselben GWP-Wert (global warming potential), sprich dasselbe Erderwärmungspotential aus. Im Gegenteil, in Bezug auf die Umwelt unterscheiden sich diese wesentlich was den Treibhauseffekt angeht. Logischerweise weisen Kältemittelgase mit einem höheren GWP-Wert ein höheres Risiko für die Umwelt auf. Der Grund, weshalb die aktuell gültige Verordnung strengere und häufigere Kontrollen, wie die Pflicht zur Dichtheitskontrolle, für Anlagen, die diese Arten von Gasen enthalten, vorschreibt.  Zudem soll mit der neuen F-Gas-V insbesondere ein Anreiz zur Verwendung von Alternativen anstelle von F-Gasen geschaffen werden.

Im Spezifischen hat der Gesetzgeber festgelegt, dass pflichtmäßig alle Anlagen, die fluorierte Treibhausgase in Mengen von 5 Tonnen CO2-Äquivalent oder mehr beinhalten, Kontrollen unterzogen werden müssen.

Um mehr ins Detail zu gehen, werden die Kontrollen bezüglich vorhandener Leckagen mit der folgenden Häufigkeit durchgeführt (Art. 4 Dichtheitskontrollen Abs. 3):

    • alle 12 Monate (alle 24, wenn ein Leckage-Erkennungssystem installiert wurde) für Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen in Mengen von bis zu 5 Tonnen CO2-Äquivalent aber weniger als 50 Tonnen CO2-Äquivalent.

 

    • alle 6 Monate (alle 12, wenn ein Leckage-Erkennungssystem installiert wurde) für Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen in Mengen von bis zu 50 Tonnen CO2-Äquivalent aber weniger als 500 Tonnen CO2-Äquivalent.
    • alle 3 Monate (alle 6, wenn ein Leckage-Erkennungssystem installiert wurde) für Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen in Mengen von bis zu oder über 500 Tonnen CO2-Äquivalent.

Eine weitere Verpflichtung aus der Verordnung (EU) Nr. 517/2014 Art.3 Abs.3 betrifft den Eigentümer bzw. Nutzer der Anlage: Dieser ist dafür verantwortlich, dass die Stelle des Lecks unverzüglich zu reparieren ist, sobald ihr Vorhandensein festgestellt wurde. Um Zweifel oder Verwirrung zu vermeiden, spezifiziert z.B. der italienische Gesetzgeber das Zeitfenster, in dem die Reparatur durchzuführen ist: und zwar innerhalb von 5 Tagen. Die vorgesehene angesetzte Strafzahlung bei Nichteinhaltung oder Unterlassung liegt zwischen 5.000 € und 25.000 €.

 

2)Die Reduzierung des Energieverbrauchs

Beim Vorhandensein von Kältemittelleckagen verliert die Kälte- oder Klimaanlage an Effizienz und braucht mehr Zeit, um zu kühlen, was wiederum zu einem erhöhten Energieverbrauch führt, der sich auch in der Stromrechnung am Ende des Monats durch erhöhte Kosten bemerkbar macht.

In einem Artikel der Cooling Post wird eine Studie aufgezeigt, in der ein schottisches Unternehmen für das Institut der Kältetechnik aufgeführt hat, welche Auswirkungen Kältemittel-Leckagen auf die Gesamtbetriebskosten einer Anlage haben können. Um realistische Situationen von Ineffizienz für die Systeme nachzubilden, wurden drei sog. Leckage-Raten angenommen, die die Kältemittelfüllung in den getesteten Systemen um 2%, 6,5% und 11% reduzierten.

Nach Tests wurde festgestellt:

– Das sich die durchschnittlichen Betriebskosten auf 0,13 £/kWh belaufen

– Das, von allen Kältemitteln, das R404A die höchsten jährlichen Betriebskosten verursacht hat (zwischen £ 1.500 und £ 1.600) im Vergleich zum R407A, das bei allen drei Leck-Szenarien unter dem Schwellenwert von £ 800 blieb.

Auf jeden Fall wurde nachgewiesen, dass das Vorhandensein von Kältemittel-Leckagen egal welcher Art einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtbetriebskosten einer Kälte- und Klimaanlage hat.

 

3)Die Begrenzung der Umweltauswirkungen von Kälte- und Klimaanalgen auf ein Minimum

Wie vom Leiter der F&E-Abteilung von Errecom bei der 19. Europäischen Konferenz berichtet, die unter anderem vom “Centro Studi Galileo” organisiert wurde, ist der Einfluss einer Kälte- oder Klimaanlage auf die Umwelt von dessen direkten und indirekten Emissionen abhängig.
Unter direkten Emissionen versteht man den Verlust von Kältemittel bei der Anlage, das direkt in die Atmosphäre gelangt; während man sich bei indirekten Emissionen auf den notwendigen Energieverbrauch, der für das Betreiben der Anlage benötigt wird, bezieht.
Wenn man bedenkt, dass der Einfluss der Kälte- und Klimaanlagen auf die Umwelt bei den direkten Emissionen gerade mal bei 20% liegt, aber bei den indirekten Emissionen bei 80%, versteht man auch warum es so wichtig ist bei der Wahl des Kältemittels, solche mit einem niedrigen Treibhauspotential zu wählen, um eben die Umwelt zu schützen. Dies kann jedoch nicht die einzige Möglichkeit sein, um einen umweltfreundlicheren Betrieb von Anlagen zu garantieren.
Es ist zudem äußerst wichtig, ihren Energiebedarf so gering wie möglich zu halten.

Wie kann man also letztendlich eine konstante und effiziente Funktionsweise der Kälte- und Klimaanlage sicherstellen? Die Antwort lautet: anhand einer regelmäßigen Wartung und Instandhaltung!
Um dieses Thema weiter zu vertiefen empfehlen wir den bereits veröffentlichen Artikel “Zwei Methoden zur Lokalisierung der Kältemittelleckagen in Kälte- und Klimaanlagen“ und das Interview mit unserem Verantwortlichen der F&E-Abteilung bezüglich des Themas: Kältemittel-Leckagen in Kälte- und Klimaanlagen, in dem Herr Dr. Mattavelli die hauptsächlichen Ursachen und Konsequenzen erklärt und die effektivsten Lösungen vorstellt, um diesem Phänomen entgegenzuwirken.

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