Frauen in der Kältetechnik: Die Geschichte von Jessica Bannister, Markenbotschafterin von Errecom
In Kanada beispielsweise liegt der Frauenanteil in vielen Berufen unter fünf Prozent, und auch wenn die Zahlen je nach Land leicht variieren können, ist der Trend überall ziemlich gleich.
Glücklicherweise ändern sich die Zeiten und Dinge und wir hätten nicht stolzer sein können, Ihnen genau zum Fest des „Internationalen Frauentags“ Frau Jessica Bannister vorzustellen: Die erste weibliche Kälteanlagentechnikerin die Markenbotschafterin von Errecom wird.
Zu oft lassen wir das Leben für uns entscheiden, weil es Mut erfordert einen Weg einzuschlagen, den andere für ungewöhnlich oder sogar unmöglich halten. Aber das war nicht das Problem von Jessica. Ein betriebswirtschaftlicher Hintergrund und 10 Jahre Erfahrung in einem Firmenbüro in der Innenstadt von Vancouver haben sie nicht davon abgehalten, ihre Träume zu verfolgen.
Wir haben Sie interviewt und uns entschieden ihre erstaunliche Geschichte mit Ihnen heute zu teilen. Unser Ziel ist es aufzuzeigen, dass Engagement und Selbstbewusstsein die stärksten Waffen einer Frau sind, um erfolgreich und zufrieden zu sein.
Hallo Jessica! Wir sind wirklich sehr gespannt mehr über Deinen Werdegang zu erfahren und wir glauben, dass wir von Anfang an beginnen sollten. Wie kam es dazu, zu deiner Art Berufung?
Ich würde sagen, dass mir dies von meiner Familie in die Wiege gelegt wurde, aber um ganz ehrlich zu sein, kommt es von mir selbst. Mein Vater war schon immer ein Mechatroniker für Kältetechnik und mein Bruder ist ihm in seine Fußstapfen gefolgt, direkt nach dem Schulabschluss. Das Handwerk wurde mir nie als Berufsoption angeboten, sogar als ich bei meinem Vater in der Firma anfing, mit dem Namen Cam Cool Refrigeration, arbeitete ich für 9 Monte im Büro. Nur als ich ihn direkt darauf ansprach, dass ich ihn gerne ein paar Tage draußen bei seiner Arbeit begleiten wollte, begriff ich, dass ich selbst eine Leidenschaft für das Handwerk hatte. Ich hatte mich im März 2018 als Auszubildende der Provinz Britisch Columbia, in Kanada, eingeschrieben und ich bin stolz darauf, dass ich mich durch das Programm arbeite. Am 1. März habe ich mein 2. Lehrjahr an der Berufsschule für Handwerker begonnen.
Was gefällt dir am meisten an deiner Arbeit?
Was ich an meiner Arbeit liebe, sind ein paar Dinge. Eines davon ist, dass ich täglich etwas Neues bei meiner Arbeit lerne und dass nicht nur weil ich am Anfang meiner beruflichen Laufbahn stehe. Sogar mein Vater stößt manchmal auf etwas, das er noch nie gesehen hat! Mechanisches Werkzeug scheint seine eigene einzigartige Persönlichkeit zu haben! Zudem gefällt mir, weil jeder Tag unterschiedlich ist. Wir haben das Glück, dass wir in unserem kleinen Familienbetrieb eine Vielzahl von Aufträgen haben, an denen wir arbeiten können. Wir sind spezialisiert auf die gewerbliche und die „leichte“ industrielle Kälte- und Klimatechnik. Einmal arbeiten wir z.B. an einer kleinen Kondensatoranlage, indem wir unter einem mobilen Essens/Catering-Transporter bei einem Filmset liegen, das andere Mal arbeiten wir an einer Anlage auf einem Gebäudedach, indem wir Filter auswechseln und eine Wartung durchführen. Wir arbeiten an industriellen Lufttrockneranlagen, begehbaren Kühl- und Gefrierschränken sowie Kühl- und Gefrierschränken für verschiedene Gastronomiebetriebe. Jeder Tag ist anders und das ist das Tolle: Man langweilt sich nie! Des Weiteren liebe ich an meinem Job, dass fast jeder Auftrag eine Art Herausforderung ist oder ein Problem, das gelöst werden muss. Es kann manchmal geistig und körperlich anstrengend sein, aber das erreichte Endergebnis und das sich daraus ergebende belohnende Gefühl, ist es immer wert.
Die Kälte- und Klimatechnik ist definitiv ein Industriesektor, der von Männern dominiert wird. Möchtest Du uns von den falschen Vorstellungen bzw. den Vorurteilen, die du kennst, bezüglich weiblicher Kälte- und Klimatechnikerinnen, berichten?
Ich würde sagen, dass es eine bestimmte Art von Frau braucht, um in das Handwerk einzusteigen, insbesondere in die Kälte- und Klima-Branche. Es ist ein harter Job, sowohl physisch als auch psychisch, aber er ist es so wert. Ich denke, dass einige Fachleute immer noch feste Vorurteile/Klischees haben (Ihr wisst schon, der Klempner mit dem dicken Bauch und den zu kleinen Hosen?!), das sollte aufgebrochen werden. Es ist sehr wichtig, dass sich Frauen, die derzeit im Handwerk tätig sind, selbst präsentieren und ihre Arbeit mitteilen, sprich öffentlich machen, damit junge Mädchen dies sehen und vielleicht eine Laufbahn im Handwerk in Betracht ziehen können. Arbeiterberufe werden immer noch zu stark nur an Jungs vermarktet. Deshalb bin ich so aktiv auf meinem Instagram Profil: @HVACJess.
Ich möchte zeigen, wie eine normale junge Frau, so wie ich, so viel Spaß im Kälte- und Klima-Handwerk haben kann.
Gibt es weibliche Eigenschaften, die Deiner Meinung nach Frauen zu großartigen Kälteanlagen-Technikerinnen machen?
Frauen und Männer denken unterschiedlich. Wir sind auch unterschiedlich im Körperbau und Aussehen. Es ist wichtig für Männer und Frauen als Team zusammen zu arbeiten, um Stärken und Schwächen gegenseitig auszugleichen. Ich bin der Meinung, dass Frauen in der Lage sind, Dinge anders anzugehen und Probleme auf eine andere Art und Weise zu lösen. Aus Sicht der Kundenbetreuung ist die Hälfte der Bevölkerung und damit der Kundenstamm weiblich! Wir brauchen also mehr weibliche Technikerinnen, um unsere weiblichen Kunden zu betreuen!
Was sind die Herausforderungen und Auszeichnungen, die dein Beruf mit sich bringt?Glaubst du, dass sie sich von denen, die sich ein Mann stellen muss, unterscheiden?
Manchmal ist es herausfordernd, da ich nicht so viel Kraft habe wie meine männlichen Kollegen (auch wenn ich jeden Tag ins Fitnessstudio gehe!). Wenn ich alleine arbeite, habe ich bestimmte Hilfsmittel, die mir helfen mein Kraftdefizit zu kompensieren. Die Technologie hat es erst möglich gemacht, als Frau im Handwerk Fuß zu fassen! Und weil es so wenige Frauen in der Kälte- und Klimabranche gibt, werde ich oft als Neuling angesehen. Es wird mir mehr Aufmerksamkeit geschenkt, weil ich eine Frau bin und deshalb fühle ich mich oft unter Druck gesetzt, dass ich besser sein muss als meine männlichen Kollegen. Ich muss hinzufügen, dass ich bisher persönlich keine negativen Erfahrungen gemacht habe und die meisten Menschen eher fasziniert sind, wenn eine Frau die Leiter hochklettert. Sie sind interessiert, schauen mir zu und manchmal bieten sie mir auch an, etwas für mich zu tragen.
Hast Du einen Ratschlag für all die Frauen die eine Laufbahn als Mechatronikerin für Kältetechnik einschlagen wollen?
Ja, ich sage, nur zu!! Lasst euch von niemanden sagen, dass ihr das nicht machen könnt oder sollt. Wenn man den Antrieb oder die Neugierde hat, als Frau im Kälte- und Klimaanlagensektor anzufangen, dann sollte man dies definitiv tun. Es ist eine großartige Laufbahn, die euch herausfordern wird und euch mit einem großartigen Gefühl der Erfüllung und… Geld belohnt! Ihr solltet jemanden finden, mit dem ihr gut zusammenarbeiten könnt. Lass nicht zu, dass euch ein schlechter Arbeitgeber ein generell schlechtes Gefühl gibt und wenn es Probleme während der Ausbildung gibt, versucht euch einen neuen Betrieb zu suchen. Ich bin glücklich, mit meinem Vater und Bruder zusammen zu arbeiten, die schon ein paar Lehrlinge vor mir hatten. Lasst uns weitere Frauen im Handwerk finden und uns gegenseitig unterstützen. Wir können es schaffen!


